Business Coach, Beraterin und Dozentin für werteorientierte Unternehmensführung und Corporate Social Responsibility (CSR)

Interview mit Christine Pehl

Corporate Social Responsibility (CSR) ist eine Haltung und möchte gutes Leben schaffen

 

Was sind Gründe für Unternehmen, sich dem Thema CSR zu stellen und in diesen Themenfeldern aktiv zu werden?
Gerne möchte ich passend zu Ihrem Oberthema »Reife« sagen: CSR verstanden als „Ver-Antwort-liche Unternehmensführung“ ist ökonomische Reife. Es geht um den ausbalancierten Dreiklang von Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Unternehmen haben eine enorme gestalterische Kraft und sind Motor für gesellschaftliche Entwicklungen. Sie können »Pioniere des Wandels« für eine lebenswerte Zukunft sein. Die Herausforderung liegt in der Verbindung, Lösungen für aktuelle Fragen wie zum Beispiel Umwelt und Migration zu entwickeln und zugleich dadurch die eigene Wert-Schöpfung zu erhöhen. Vor allem die junge Generation überlegt: Sehe ich Sinn in meiner Arbeit und wirke ich damit positiv für die Gesellschaft? Hierauf dürfen Unternehmen sinnstiftende Antwort geben.

Welche Vorteile bringt CSR für Unternehmen? Was macht CSR für Firmen attraktiv?
Ehrlich gelebtes CSR, das sich im Kerngeschäft widerspiegelt, ist eine Zukunftssicherung. Studien belegen eine erhöhte Identifikation der Mitarbeiter mit dem eigenen Unternehmen. Sinnstiftung und Offenheit für neue Ideen bringen Lebendigkeit und sind der Gegenentwurf zu Dienst nach Vorschrift und innerer Kündigung. Dieser Geist führt zu einer erhöhten Arbeitgeberattraktivität. Eine kluge CSR-Strategie, die transparent kommuniziert wird, hat gute Chancen auf erfolgreiche Positionierung und Differenzierung im Wettbewerb. Eine Steigerung des Bekanntheitsgrads im Markt sowie Reputation bei Kunden und Geschäftspartnern sind weitere positive Folgen. Insgesamt führt CSR zu einer deutlichen Verbesserung der Beziehungen mit allen Stakeholdern. Kurzum: CSR macht Werte lebendig.

Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur und wie lässt sich Verantwortung in den Köpfen der Führung und der Mitarbeiter verankern?
Eine gute Unternehmenskultur zu entwickeln und zu leben ist die Basis und wird für zukünftige Erfolge entscheidend sein. Menschen spüren instinktiv die Grundstimmung, den Stallgeruch. Das authentische Vorleben der Werte in der Führung sowie die bewusste Auswahl passender Mitarbeiter sind essentiell. Gelebtes CSR im Sinne »verantwortliches Unternehmertum« ist ein Prozess und kein Projekt. Es ist wichtig, dieses Bewusstsein stetig zu sensibilisieren, die Menschen miteinzubeziehen und Frei-Räume für Austausch zu ermöglichen. Externe Unterstützung kann dabei hilfreich sein.

Wie gelingt die Einführung von CSR und wie bleibt es von Dauer in Unternehmen?
Der Wille und das Verständnis zu CSR in der Geschäftsführung bilden die Grundvoraussetzung. Im zweiten Schritt gilt es, Überblick zu gewinnen: Was wird bereits in den vier CSR-Handlungsfeldern »Markt, Arbeitsplatz, Umwelt und Gemeinwesen« unternommen? Was ist wesentlich für unser Kerngeschäft? Die Erfahrung zeigt, dass viele Unternehmen bereits einiges zu bieten haben, der strukturierte und umfassende Umgang mit CSR jedoch für viele neu ist. Weitere Klärungsaspekte sind die bereits vorhandenen Ansatzpunkte in der Unternehmensstrategie, im Leitbild sowie die Erwartungen der Stakeholder - speziell im Dialog mit dieser Gruppe liegt enormes Potenzial. Dabei können sogar Innovationen aufkommen. Schließlich wird die Vorgehensweise festgelegt: Wie organisieren wir CSR und wie messen wir Erfolge? Die Kommunikation nach innen und außen ist dabei ein wichtiger Begleitprozess.

Was verbessert sich durch CSR und was verschlechtert sich durch diese Verbesserung?
Eine schöne Frage. Rein faktisch liegen die Antworten bereits in der zweiten Frage nach den Vorteilen von CSR. Erlauben Sie mir daher ein persönliches Statement. CSR ist eine Haltung und möchte letztlich gutes Leben schaffen – für die Kunden, die Gesellschaft und das eigene Unternehmen. Unternehmer und Mitarbeiter setzen sich auf diesem Weg auch mit ihren eigenen Wertvorstellungen auseinander, ein innerer Prozess kommt in Gang. In diesem Sinne ist die persönliche und unternehmerische Entwicklung nicht mehr zu stoppen. Das mag auch kritische Fragen bringen.

Wie führen Sie die Teilnehmer Ihres Seminars »CSR – Nachhaltige Unternehmensführung« an dieses verantwortungsvolle Bewusstsein heran und mit welchen konkreten Maßnahmen können diese in die Umsetzung gehen?
Wir wollen einen Raum für dieses Bewusstsein schaffen. Der Geist von Schloss Lautrach ist dafür wunderbar geeignet. Mit inspirierenden Geschichten und im Dialog mag das Thema vertrauter werden. Konkretes Handwerkszeug, wie ein Planspiel zur Umsetzung einer CSR-Strategie mögen Lust auf Neues machen und Ideen für das eigene Unternehmen geben – »Unternehmen Zukunft«.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Pehl.

Das Interview führte Christina Kral-Voigt, Kundenberatung und Salesmanagement

 

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