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Marlies Frieß
Sekretärin Freundeskreis
Telefon +49 (0) 8394 910 416
freundeskreis@schloss-lautrach.de

Freundeskreismitglieder reden Klartext

Was zeichnet Leadership in Zukunft aus?

"In Zeiten wie diesen, in denen wir von einer 4. Industriellen Revolution sprechen, getrieben durch "Industrie 4.0" und bzw. oder dem Einzug der additiven Fertigung in die Welt der Produktion, in denen sich Arbeitszeitmodelle und der Wert der Arbeit stark verändern werden und sich junge Menschen aufgrund des Geburtenrückgangs ihren Arbeitgeber aussuchen können, sind die Herausforderungen sehr vielschichtig. Es muss eine Abkehr von Quartalszahlen und Controlling getriebenen Führungsmethoden geben. Den einen finalen Führungsstil wird es sicher nicht geben, hängt er doch sehr stark von der eigenen Persönlichkeit und dem Unternehmen ab. Dennoch muss der Trend zu mehr Gefühl gehen. Den Menschen im Blick haben mit all seinen Stärken und Potenzialen, ihm Raum geben für seine Entfaltung und (auch) im Einklang mit seiner Work Life Balance. Dies schließt nicht aus, Ziele klar zu formulieren und zu verfolgen. Oder auch einmal eine harte Entscheidung zu treffen. Entscheidend ist, dass man in jeder Situation authentisch ist. Dann gewinnt man seine Mitarbeiter für sich und seine Ziele."

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Teufel
Geschäftsführer
TEUFEL Prototypen GmbH, Nersingen | Unterfahlheim

 
»Das Management Centrum Schloss Lautrach umschreibt einen Leader als eine Führungskraft, die auf der Basis von persönlicher Integrität, Glaubwürdigkeit und menschlicher Reife führt, die Entscheidungen aus Ratio, Emotionen und Intuition trifft; die Einsicht genommen hat in die Natur des Menschen und in die Dynamik von Gruppen. Sein Führungscredo ist klar, verständlich und konsequent in der Sache; einfühlsam und wertschätzend im Umgang mit Menschen. Harter Geist verbindet sich mit weichem Herz. Was soll sich darin in Zukunft ändern? Die Antwort ist einfach: Nichts! Ein ausgesprochener Alpha agiert unabhängig von Raum, Zeit und technischem Zeitgeist-Schnickschnack.«
Dr. Markus Pfalzer
Hauptgeschäftsführer
Hermann Kutter GmbH & Co. KG, Memmingen

»Der patriarchische Platzhirsch wird aussterben und der „anleitende“ Leitwolf überleben! Die Führungskraft wird viel mehr partnerschaftlicher Coach auf Augenhöhe und nicht mehr der erfahrene Experte sein. Führung wird sich daher verpuppen und neu definieren müssen! Die Führungskraft muss sich emphatisch zeigen, fördern und loslassen können! Sie muss die Verantwortung dorthin bringen, wo sie hingehört, andere entscheiden lassen und Vertrauen in seine Wölfe haben. Also eine gute Balance zwischen fachlicher, organisatorischer und persönlicher Führungsrolle entwickeln. Sie muss alle Mitarbeiter stärken, für ausreichend Vernetzung sorgen und Wissen teilen, damit das Rudel erfolgreich arbeiten kann. So entstehen in Zukunft eigenständige Lösungen! Dabei werden Selbstorganisation, Selbstverantwortung und Selbstführung wichtige Schlagworte werden. Die Ausprägungen von Persönlichkeit, Integrität, vor allem Kommunikation und Austausch, soziale Kompetenz und Beziehungsmanagement werden enorm zunehmen müssen!«
Dieter Lochbihler
Betriebsratsvorsitzender
Robert Bosch GmbH, Werk Blaichach

»Für was steht der Begriff Leadership denn heute? Er wird ja häufig verwendet, um eine Abgrenzung zu den bisher verwendeten Begriffen Management oder Führung herzustellen. Während der Manager selbst noch Teil der Aufgabe ist, im besten Fall Meilensteine plant oder eben akribisch die Abläufe vorgibt und seine Mitarbeiter kontrolliert, agiert der Leader leicht außerhalb des Systems. Er blickt über den Tellerrand, erkennt Veränderungsnotwendigkeiten, begeistert durch Visionen und vertraut auf die Kompetenz seiner Mitarbeiter, die mit Freiräumen und Verantwortung ausgestattet, selbst die anstehenden Aufgaben erfüllen. Klingt gut. Aus meiner Sicht ist Leadership heute schon das richtige Führungsverhalten für den seit Jahren beschleunigten Veränderungsrhythmus in unserem Arbeitsleben. Und erst recht in Zukunft, wenn sich durch die zunehmende Digitalisierung Chancen, aber auch Abgründe für all diejenigen auftun, die an Gewohntem festhalten. Wir brauchen Leader, die den Wandel einleiten und managen können. Wir können aber dabei auf Manager, die eine Leistungserbringung in time, in quality und in budget garantieren, nicht verzichten.«
Claudia Abele
Personalmanagement
All for One Steeb AG, Memmingen

»In einer immer schnelleren, hektischeren Zeit wird Leadership nach meiner Überzeugung weiter an Bedeutung gewinnen. Leadership muss den Menschen in dieser von Umbrüchen, Informationsüberflutung und Unsicherheit gekennzeichneten Zeit Visionen, Stabilität und damit Orientierung geben. Nicht kurzfristig orientiertes Agieren und oftmals hektisches Reagieren zeichnet den erfolgreichen „Leader“ aus, sondern ein authentisches, werteorientiertes Führen mit einer klar erkennbaren Sinnperspektive für den Mitarbeiter. Diese „Leadership“ wird das in unseren Mitarbeitern vorhandene Leistungspotential entfalten und die Grundlage einer weiteren positiven Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes sein, denn es dreht sich letztendlich immer um den Menschen und wie wir ihn erfolgreich in unsere Organisation einbinden.«
Manfred Waibel
Betriebsleiter
Blaser Jagdwaffen, Isny

»Nach Jahrzehnten relativer Stabilität ist das Umfeld für Firmen schwierig und zunehmend unvorhersehbar und für Mitarbeiter beunruhigend geworden. Die Unsicherheit, die von der Labilität Europas ausgeht, die zunehmende Sorge nicht Gewinner, sondern Opfer der Globalisierung zu werden, die Angst nicht mit dem technischen Wandel mithalten zu können – Stichwort: Industrie 4.0 – beschäftigt Firmen und deren Mitarbeiter. Der Spannungsbogen reicht von den Ängsten älterer Arbeitnehmer, die sich einerseits mit ständigen Veränderungen und andererseits mit Trends, wie technologischer Wandel schwertun, bis hin zu den Hoffnungen top-ausgebildeter, global-orientierter jüngerer Arbeitnehmer, die zunehmend eine neue, dynamischere, partizipative Firmenkultur erwarten. Das bedeutet, dass Führungskräfte einen Weg in die Zukunft finden müssen, der sowohl die Zukunftsängste der einen nimmt, als auch den Hoffnungen der anderen gerecht wird. Die Hauptaufgabe der Führungskraft lautet demnach überzeugende Perspektiven zu erarbeiten, die Vertrauen und Ruhe erzeugen und konzentriertes, sachliches arbeiten ermöglichen.
Die Führungskraft von morgen wird also nach wie vor die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden seines Unternehmens kennen müssen, sowie wohin sich diese, aufgrund von Trends und technischen Möglichkeiten, wahrscheinlich entwickeln werden und das gesamte Unternehmen danach ausrichten. Aber aufgrund des volatileren Umfelds wird es für die Führungskraft nicht genügen, nur seine eigenen Vorstellungen zu entwickeln und durchzusetzen. Um eine kontinuierliche Unternehmensentwicklung zu gewährleisten, müssen die vielfältigen und gestiegenen Ansprüchen seiner Mitarbeiter mitberücksichtigt werden; und das heißt, die Mitarbeiter müssen an dieser Entwicklung teilnehmen und beitragen. Die Führungskraft wird demnach einen Prozess leiten müssen, der seine Mitarbeiter in ihrer Verschiedenheit an der Entwicklung des Unternehmens beteiligt. Das dadurch entstehende Verständnis von und die Identifikation mit den Notwendigkeiten der Firmenentwicklung werden entscheidend helfen, die Zukunft des Unternehmens zu sichern.«
Andreas Lingl
Beratender Gesellschafter
Hans Lingl Anlagenbau und Verfahrenstechnik GmbH & Co. KG, Krumbach

»Erfolgreiches Führen – heute und morgen – heißt für mich, eigene Visionen und Ziele mit der Erwartungshaltung der Mannschaft in Einklang zu bringen und umzusetzen. Eine zunehmende Partikularisierung mit höchst unterschiedlichen Vorstellungen und Wünschen stellt die Führungskraft vor neue Herausforderungen. Umgang mit Individualinteressen sowie zunehmende Komplexität und schnellere Informationswege heben Bedeutung und Rolle der Kommunikation. Kommunikation wird mehr denn je zum Kitt, der unterschiedliche Strömungen zusammenführt und zusammenhält. Non-verbale Kommunikation durch Vorleben sowie durch offenen und ehrlichen Umgang miteinander wird damit noch notwendiger, um langfristig seine Partner zu erreichen.«
Dr. Georg Haindl
Head of Helicopter Maintenance
Motorflug Baden-Baden

»Nachdem wir derzeit erleben, was die modernen Kommunikationsmittel und das Streben nach immer Höher und Weiter alles mit uns machen, glaube ich, dass wir in Zukunft mehr Führung mit Herz und Hand brauchen. Darunter verstehe ich, dass nicht ausschließlich Zahlen, Daten, Fakten ein Unternehmen bestimmen. Um ein Unternehmen erfolgreich zu führen, darf in den Mitarbeitern nicht nur ein Kostenfaktor gesehen werden. Um den Themen wie Burnout die Stirn zu bieten, muss die soziale Komponente in der Führung gestärkt werden. Viele Unternehmen, insbesondere auch in den USA, zeichnen sich bereits heute durch zahlreiche Angebote zur Gestaltung des Arbeitsumfeldes aus. Auch durch mehr Frauen in den Führungsetagen kann ein Umdenken gefördert werden. Meines Erachtens kann ein Unternehmen dauerhaft nur erfolgreich sein, wenn die Führung ein ausgewogenes Miteinander von betriebswirtschaftlichen und sozialen Faktoren findet.«
Barbara Schemmer
Direktorin
LBBW Rheinland-Pfalz Bank, Mainz

»Vor kurzem habe ich von einem jungen Mann in Berlin gehört, der für ein dortiges Start-Up-Unternehmen für 800 Euro im Monat arbeitet. Er ist dabei nicht als Teilzeitarbeiter im Lager tätig, sondern arbeitet hochqualifiziert zusammen mit anderen an einer zukunftsweisenden Software. Er könnte sich sicher einen hochdotierten Arbeitsplatz bei unterschiedlichsten IT-Häusern aussuchen. Warum macht jemand das? Mir selbst ist es schon passiert, dass ich Mitarbeiter an andere –finanzstärkere – Unternehmen verloren habe, weil dort mehr gezahlt wurde. Umso schöner war es dann, als genau dieselben Mitarbeiter wieder zurückkamen. Einer mit den Worten „Geld ist nicht alles!“. Ich bin überzeugt, es sind zwei Punkte, die Unternehmensführer in Zukunft beachten müssen:
1.    Der Arbeit im Unternehmen Sinn geben, eine Vision aufbauen und lebendig halten.
2.    Die Work-Life-Balance (oder jetzt auch Work-Life-Blending) jedes Mitarbeiters im Auge behalten und mit häufigem Feedback sehr achtsam mit seinen persönlichen Ressourcen umgehen.
Gerade die jungen, gut ausgebildeten und leistungsbereiten Menschen der Generation Y werden sich nur so und nicht in Unternehmen mit einer Befehl-und-Gehorsam-Kultur halten lassen.
Der althergebrachte Alpha-Führer wird künftig kooperativ arbeiten (müssen) oder er arbeitet allein.«
Thomas Hüttl
Geschäftsführer
Contecta Immobilienverwaltung GmbH, Augsburg